Rungstock ist der Name eines Waldgebietes zwischen Olbernhau und Ansprung im Erzgebirge. Der ursprüngliche Name war Rohnstock, was so viel bedeudet wie Baumstumpf. Später wurde der Name zu Runge, also „Stange am Wagen“ umgedeudet.

Im Rungstocktal stehen mächtige Buchen, denen vereinzelt Esche, Ahorn und auch Tanne beigemischt sind. In den Höhenlagen überwiegen reine Fichtenbestände. Das Gebiet rund um das Quelladernetzes des „Jungen Rungstockbaches“ steht seit 1961 unter Naturschutz.

Rungstockbach
Rungstockbach im Stadtgebiet von Olbernhau Durch den Rungstock fließt der 8,5km lange Rungstockbach. Sie entspring in ca. 800m Höhe, östlich des Rabenberges. In östlicher Richtung tieft sie sich auf Höhe Fahrstraße Ansprung-Rübenau kerbtalähnlich in die Rübenauer Hochfläche ein. Dies führte zur Herausbildung der imposanten Felsklippe des Wolfstein. Die abwärts folgende vernässte Mulde befindet sich unweit der Ortslage Ansprung. Vor dem 673m hohen Berg „Knochen“ ändert der Bach seine Richtung auf südost und tieft sich abermals ein. An der Pulvermühle erreicht die Rungstockbach in einer Höhe von 620m ü.NN. die Flöhaniederung. Hier beginnt das Stadtgebiet von Olbernhau. Anfangs eher dörflich geprägt fließt der Bach am Wohngebiet „Finkenaue“ und am Rittergut vorbei und mündet im Stadtkern von Olbernhau, in einer Höhe von 449m ü.NN. in die Flöha.

Pulvermühle
Den Unterlauf des Rungstockbaches nannte man einst das Tal der Mühlen. Im 18 und 19. Jhd. befanden sich hier bis zu 9 Mühlen. Die 1815 erbaute Pulvermühle war eine davon. Hier wurde aus Holzkohle, Schwefel und Salpeter das hochexplosive Schwarzpulver hergestellt. Für die Holzkohle brauchte man Faulstämme. Diese gab es am häufigsten in Tallagen. Die Wasserkraft des Rungstockbaches wurde zum zermahlen der Zutaten benötigt. Und so war die Lage der Pulvermühle, im Rungstocktal, weit außerhalb der Stadt Olbernhau, perfekt gewählt.
Abnehmer waren anfangs das Jagdwesen und das Sächsische Militär, später dann überwiegend Bergwerke.

Mischungsverhältnis für Schwarzpulver:

Geschichte der Pulvermühle im Rungstocktal

Das Ende der Schwarzpulverproduktion liegt in der Erfindung des Dynamit (1863 durch Alfred Nobel) begründet

Ab 1886 wurden Holzwaren hergestellt. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Pulvermühle eine beliebte Ausflugsgaststätte. Von 1959 - 1990 war die Pulvermühle Ferienheim und Gaststätte.

Wandergebiet
Der Rungstock ist ein beliebtes Wandergebiet. Das Rungstocktal ermöglicht einen bequemen Aufstieg zu den Erhebungen der Rübenauer und Ansprunger Hochfläche (Steinhübel, Morgensternhöhe), sowie als Überleitung zum Schwarzwassertal. Die teils asphalttierten Strässchen des Rungstocks sind auch zum Radfahren bestens geeignet. Das Rungstocktal ist von Olbernhau aus bequem zu erwandern. Vom Stadtzentrum Olbernhau bis hinauf zum 801m hohen Rabenberg gilt es auf einer Länge von 8,5km 350 Höhenmeter zu überwinden!Unterkünfte und Gaststätten in Olbernhau sind auf den Webseiten von Olbernhau aufgeführt